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Typisch für die Gegend um Hermannstadt sind die Kirchenburgen aus dem 12.-16. Jh. im Großteil der von deutschen Siedlern, den Siebenbürger Sachsen („Saxones" in den zeitgenössischen Urkunden) gegründeten Dörfer und Marktflecken.
Kirchenburgen sind einzigartige und bemerkenswerte Bauten. Sie sind bloß in einigen wenigen Gegenden in Europa zu finden; in Siebenbürgen gab es über 300 davon. Einige sind verschwunden, andere sind im Verfall begriffen, doch die allermeisten sind auch in verlassenen oder dem Vergessen preisgegebenen Orten erhalten worden. Einige, sieben an der Zahl, hatten ein noch glücklicheres Los: Sie wurden zum Weltkulturerbe erklärt und befinden sich auf der UNESCO-Liste (Birthälm/Biertan, Deutsch-Weißkirch/Viscri, Keisd/Saschiz, Tartlau/Prejmer, Wurmloch/Valea Viilor, Kelling/Câlnic und Dersch/Dârjiu).
Die Typologie dieser Bauten ist unterschiedlich. Es gibt einfache, mit vergleichsweise einfachen Wehrvorrichtungen ausgestattete Kirchen, dann Kirchen, die selbst unbefestigt, jedoch von Ringmauern und Wehrtürmen umgeben sind, bis zu Kirchenburgen mit mehreren Befestigungsringen, Rondellen und Basteien. Einige davon sind mit allerlei zusätzlichen Bauten und Einrichtungen mit unterschiedlicher Bestimmung ausgestattet: Gaden (Vorratskammern in den Wehrmauern), Brunnen, Schulen, das Pfarrhaus und sogar Rathäuser. Die Kirchen sind umgeben von dem Gelände angepassten Ringmauern mit malerischen Türmen und Basteien verschiedensten Typs.
Die meisten Kirchenburgen befinden sich in der Hermannstädter und Mediascher Gegend. Zum Unterschied von den Burgen Westeuropas waren die Kirchenburgen Siebenbürgens nicht ständig bewohnt. Sie dienten zur Religionsausübung, zum Schutz und zur Verteidigung der Bevölkerung bei Gefahr.

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